Tobias Weigand > Tobis News

Tobi: Von guten und schlechten Tagen

29.12.2013 - 20:03

Auch zum Jahreswechsel 2013/2014 berichtete die Mainpost wieder über die gesundheitlichen Entwicklungen von Tobi. Dafür sagen wir auf diesem Wege wieder herzlichen Dank an die Redaktion und die Redakteurin KatharinaWinterhalter. Hier der Text aus der Ausgabe vom 28.12.2013:


Noch immer quälen Atemprobleme den achtjährigen Tobi – Seine Mutter Ruth Tellert-Weigand berichtet

Es gibt Tage, an denen es Tobias Weigand richtig gut geht. An solchen Tagen darf er mit seiner Mutter zum Reiten und entspannt sich sichtlich, wenn er vor ihr auf dem braven Norweger sitzt. An solchen Tagen lächelt er manchmal. An den anderen Tagen kämpft Tobi, wie ihn seine Familie nennt und wir in der Redaktion auch, die ihn nun seit fünf Jahren kennen. An diesen Tagen quälen ihn Bauchschmerzen und – vielleicht noch schlimmer – der zähe Schleim in seiner Lunge.

Als seine Mutter Ruth Tellert-Weigand vor genau einem Jahr zum Gespräch in die Redaktion kam, um von Tobi zu erzählen, weil immer noch viele Menschen Anteil an seinem Schicksal nehmen, da schien es, als wären die zwei ganz großen Probleme – die heftigen Bauchschmerzen und die massiven Atemprobleme – so gut wie gelöst. Es gab 2013 auch Fortschritte, sagt sie, aber jeder kleine Schritt war hart erarbeitet und nicht immer von Dauer.

Wir erinnern uns: Im Oktober 2008 war Tobi an Hämophagozytose erkrankt, einer seltenen Krankheit, die sein Gehirn so schwer schädigte, dass die behandelnden Neurologen eine Knochenmarktransplantation ablehnten. Ohne die aber lag das Risiko, an Lymphknotenkrebs zu erkranken, bei 80 Prozent. Zweieinhalb Jahre lang arbeitete Ruth Tellert-Weigand mit unterschiedlichsten Therapien mit ihrem Sohn und brachte ihn so weit ins Leben zurück, dass die Ärzte die Transplantation nicht mehr ablehnen konnten.

Die fand im Mai 2011 statt und war auch erfolgreich. Aber kurz danach traten die kolikartigen Bauchschmerzen auf und quälten den Jungen fast jeden Tag - bis März diesen Jahres. Da hatte eine Homöopathin offensichtlich das richtige Mittel gefunden. „Sie hat seinen Körper nach der Chemotherapie entgiftet“, ist Ruth Tellert-Weigand überzeugt.

Ob die Suche nach der Ursache für Tobis Atemprobleme nach viereinhalb Jahren nun endlich zu Ende ist? Trotz ihrer Erschöpfung ist Ruth Tellert-Weigand optimistisch. Seit viereinhalb Jahren bildet sich bei Tobi zäher Schleim in der Lunge. Irgendwann fiel der Familie auf, dass es ihm besser geht, wenn er nicht zuhause ist. Inzwischen hat die Familie alle Möbel ausgetauscht, weil Tobi offensichtlich extrem sensibel auf die unterschiedlichsten Gifte und Zusatzstoffe wie Insektizide, Flammschutzmittel und Weichmacher reagiert. Die jüngste Untersuchung der Luft im Haus der Weigands zeigte gute Ergebnisse. „Das war eine lange Odyssee“, sagt Ruth Tellert-Weigand.

Eigentlich sollte Tobi, der inzwischen acht Jahre alt ist, ab Herbst für ein paar Stunden in die Schule gehen, ins Förderzentrum der Lebenshilfe in Schonungen. Aber er ist immer noch nicht stabil genug, deswegen kommt jetzt einmal in der Woche eine Lehrerin zu ihm nach Hause. Sie singt ihm vor, nimmt ihn an die Hand, spielt und bastelt mit ihm. Das regt seine Konzentrationsfähigkeit an.

Der Tagesablauf der Familie ist nach wie vor geprägt von Tobis Therapien, aber Ruth Tellert-Weigand ist dankbar für das Team von Unterstützern: Heilpraktiker, Ergotherapeuten, Reitlehrer, Osteopaten und viele mehr. In diesem Jahr wird die Familie wieder in die USA fahren, ins Family Hope Center, wo sie schon mehrmals große Unterstützung erfahren haben.

Ruth Tellert-Weigand hat unglaublich viel gelernt in diesen Jahren und sie findet trotz der Belastung Zeit, dieses Wissen an andere weiterzugeben. Seit Oktober 2012 unterrichtet die Diplommedizinpädagogin – das hat die gelernte Krankenschwester vor Tobis Geburt studiert – Neurologie an der Krankenpflegeschule des Leopoldina-Krankenhauses. Neben der Vermittlung des regulären Stoffes spricht sie mit ihren Schülern auch über ihre Erfahrungen und zeigt ihnen beispielsweise, wie man einen Wachkomapatienten stimulieren kann. Diese Therapien sind in Deutschland noch längst kein Standard.

Ihre Schüler sind so interessiert, dass sie in ihrer Freizeit in die Rhön kamen, wo Ruth Tellert-Weigand im September eine Woche für Familien mit schwerst kranken Kindern organisiert hatte. Sechs Familien und zehn Therapeuten verbrachten glückliche Tage, sagt sie. Nur Tobi ging es in dieser Woche schlecht, weil die Luft im Seminarhaus offensichtlich nicht gut für ihn war.

Ruth Tellert-Weigand hat in den vergangenen fünf Jahren ein großes Netzwerk aufgebaut. Der Erfolg vieler Patienten, denen es dank der Therapien wie Neurofeedback oder Überdruckkammer besser geht, spornt sie an, weiterzumachen. Am Ende des Gesprächs hat sie, wie schon im vergangenen Jahr, eine gute Nachricht: Aus der Typisierungsaktion für Tobias im Januar 2009 und den Folgeveranstaltungen, bei denen sich gut 5000 Menschen aus Schweinfurt und Umgebung registrieren ließen, haben inzwischen 77 Menschen Stammzellen gespendet.

Mehr Informationen über die Therapien auf www.tobias-weigand.de. Über die website ist Kontakt zu Ruth Tellert-Weigand möglich.

Quelle: http://www.mainpost.de/regional/schweinfurt/Tobi-Von-guten-und-schlechten-Tagen;art742,7863642

Zurück