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Die Hoffnung für Tobias schwindet

03.02.2009 - 06:59

Schweinfurt/Erlangen - Die Region bewegt das Schicksal des an einer Hämophagozytische Lymphohistiozytose - oder kurz HLH - erkrankten Tobias Weigand.

Nachdem Tobias am 9. Januar von Würzburg an die Kinderklinik der Universität Erlangen verlegt wurde, fanden dort weitere Untersuchungen statt. Die behandelnden Ärzte in Erlangen haben sich zusammen mit den Kollegen aus Würzburg beraten und die aktuellen Ergebnisse ausgewertet.

Die Erkenntnisse zur Behandlung der HLH stecken auch im Jahr 2009 noch in den Anfängen. Internationale Studien werden erstellt und weltweit Werte gesammelt um für spätere Patienten gerüstet zu sein. Erste Therapieansätze zur Behandlung dieser Erkrankung existieren schon seit einigen Jahren. Auch für Tobias wurde die Behandlung streng an ein bereits entwickeltes Protokoll angelehnt, das von den Spezialisten auf diesem kaum erforschten Gebiet erstellt wurde. Kern der Behandlungsstrategie war eine Chemotherapie. Insgesamt zehn Zyklen hat Tobias bereits hinter sich, weitere sind in einem Zwei-Wochen-Rhythmus geplant.

Bei Tobias entwickelte sich leider ein besonders aggressiver Verlauf der HLH. Die Ergebnisse der Untersuchungen aus Erlangen sind niederschmetternd: Die Krankheit hat sich verheerend ausgebreitet und inzwischen ist auch das Gehirn von Tobias stark betroffen. Durch die hoch dosierte Chemotherapie hätte laut aller bisherigen Erfahrungen die HLH eingedämmt sein müssen. Im Anschluss daran wäre gegen ein erneutes Aufflammen der Krankheit die Stammzelltransplantation notwendig gewesen. Jetzt die traurige Gewissheit: Der körperliche Zustand von Tobias konnte nicht mehr soweit verbessert werden, dass eine Stammzelltransplantation auf absehbare Zeit möglich wäre.

Das Ergebnis der Beratung aller Spezialisten hinterlässt Ratlosigkeit und Verzweiflung - Ratlosigkeit bei den Ärzten im Hinblick auf weitere Behandlungsmöglichkeiten, Verzweiflung bei den Eltern, die nicht wissen wie es weiter gehen soll. Tobias, der bislang mit ungebrochenem Willen die zahlreichen Komplikationen überwunden hatte, scheint den Kampf gegen die heimtückische Krankheit verloren zu haben.

Derzeit wird Tobias in Erlangen mit Medikamenten eingestellt, um die Symptome der Krankheit weitestgehend zu mildern. Die Eltern, der Vater ist Internist und die Mutter ist gelernte Intensivkrankenschwester und Fachberaterin für Pflegebedürftige, wollen Tobias bald nach Hause holen, um ihn dort im gewohnten heimischen Umfeld zu pflegen.

Dabei gab es lange Zeit so viel Hoffnung. Die ganze Region nimmt Anteil am Schicksal von Tobias. Firmen und Privatpersonen spenden mehr als 250.000 Euro für die Typisierungen. Mehr als 6.000 Menschen lassen sich mobilisieren, um Tobias zu helfen.

„Diese Anteilnahme hat uns während der bisher schweren Wochen immer wieder Mut und Kraft gegeben.", sagen die Weigands. „Wir danken allen von ganzen Herzen, die durch Aktionen, Spenden und der Teilnahme an den Typisierungen Tobias eine Chance auf ein Weiterleben schenken wollten. Durch die Typisierungsveranstaltungen erscheint uns die schreckliche Erkrankung nicht ganz so sinnlos. Tobias, mit seinem Berufswunsch „Notarzt", wäre stolz darauf, dass durch ihn so vielen Menschen das Leben gerettet werden kann", so die Weigands weiter.

Statistisch gesehen entspringen aus den rund 6.100 Typisierungen der Aktionen in und um Schweinfurt etwa 61 Stammzellspender, die nun weltweit schwerkranken Menschen die Chance aufs Überleben schenken.

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